BongoBoulevard

Musik und ich – Teil 2: BongoBoulevard

Wie ein YouTube-Kanal allererster Kajüte meine Leidenschaft zur Musik immer wieder anfeuert und am Leben erhält

Im ersten Text habe ich erläutert, wie sich die Beziehung zwischen mir und der Musik im Laufe der Zeit verändert hat. Hier möchte ich nun aufzeigen, wie mich der BongoBoulevard immer wieder von Neuem, auch wenn ich nicht wirklich Zeit habe, motiviert, selbst Musik zu machen und was die musikalische Flamme in mir aufrechterhält.

Es sieht nämlich wie folgt aus. Ich beendete Mitte letzten Jahres die Schule mit meiner Matur, ging für eineinhalb Monate auf Reisen und danach fing ich direkt an im Spital zu arbeiten. Das bringt neue Herausforderungen, neue Kontakte und auch neue schöne Momente mit sich, aber das heisst auch, dass man keine Zeit hat. Vor allem arbeitet man abends und auch am Wochenende. Das bedeutete für mich unter anderem, dass ich mich kaum noch ans Klavier setzte. Früher spielte ich sicher täglich eine halbe Stunde, jetzt konnte ich froh sein, wenn es 30 Minuten pro Woche wurden. Ich verlor aber nicht die Musik aus meinen Augen, sondern nur das eigene Musizieren. Besser gesagt, ich hätte sie verloren, wenn da nicht BongoBoulevard gewesen wäre. Doch was ist der BongoBoulevard? Ist er das Allheilmittel für musikalische Trägheit? Nein. Das gibt es natürlich nicht. Aber er kommt da verdammt nah ran.

 

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - Friedrich Nietzsche

Andi und Musik - eine Geschichte ständiger Annäherung und Distanziertheit

Wie ein YouTube-Kanal allererster Kajüte meine Leidenschaft zur Musik immer wieder anfeuert und am Leben erhält

Meine magischen, musikalischen Momente, die mich nicht nur auf eine musikalische Art und Weise geprägt haben und wieso "Your Lie in April" es schafft, Gefühle zu zeigen, die man sonst nur beim Musiktreiben selbst empfinden kann und sehr schwer zu erklären sind

BongoBoulevard ist ein Youtube-Kanal vom FUNK-Netzwerk, der im Grunde genommen aus einem Moderator, einer Moderatorin, einer Schallkabine spanischer Herkunft allererster Kajüte und jeweils einem musikalischen Gast – sei es jetzt eine Ein-Mann-Armee oder eine ganze Band – besteht. Ah, und es gibt ganz viele tolle Glühbirnen! Und das Konzept? Ja das ist simpel. Sie jammen. Sie leben Musik. Ich habe den Gastgeber, Marti «theClavinover» Fischer schon immer sehr als Youtuber, Entertainer und Multiinstrumentalist geschätzt, doch in dieser neuen Umgebung haben er und sein Umfeld etwas ganz tief in mir drin berührt.

Jede Folge besteht daraus, dass der Gast diese mit Instrumenten und Mikrophonen vollbepackte Kammer betritt und dann zusammen mit den Gastgebern musiziert. Zuerst covert man eigene Songs, dann packt man eigene Songs in ganz andere Genres, dann bastelt man an fremden Songs rum und spielt an neuen, fremden Instrumenten rum. Kurzgesagt: Man lässt seiner Kreativität freien Lauf und lässt die Musikalität in sich von der Leine. Es entsteht: Eine halbe Stunde Gänsehaut, besinnliche Atmosphäre und Spass. Spass an der Musik, Spass an der Gemeinsamkeit und Spass am sich Auspowern!
Schaue ich eine Folge BongoBoulevard, dann löst das bei mir immer dieselbe Aktionskette aus.

  1. Ich höre mir die Lieder des Gastes auf Spotify an und packe sie in meine Standardplaylist.
  2. Ich lade mir die Lieder und auch die Covers aus der Folge auf mein Handy.
  3. Ich teile die Folge mit anderen.
  4. Ich habe einen hartnäckigen Ohrwurm.
  5. Ich fühle mich gut.
  6. Und zu guter Letzt: Ich singe vor mich hin, setze mich an die Klaviatur und «entfalte» mich.

Rinse and repeat. Das würde ich alles nicht machen, würde BongoBoulevard das nicht regelmässig in mir auslösen. Ich bin zwar wieder in einem Chor, aber leider habe ich arbeitsbedingt nicht immer Zeit und auch sonst, fehlt mir die Zeit fürs dedizierte Musikmachen. Doch dank BongoBoulevard werde ich immer wieder gezwungen, selbst Musik zu machen, denn anders geht’s nicht. Ich kann keine Folge davon schauen, ohne danach diesen Drang in mir zu verspüren. BB macht mich kreativer, lässt mich motivierter sein und erfreut mein Klavier, denn es wäre sonst wieder nur verstaubt…

BongoBoulevards Existenz löste bei mir eine regelrechte Instrumentenflut aus. Besass ich früher nur ein uraltes Keyboard und ein bescheidenes D-Piano, so darf ich nun eine Ukulele, eine Melodica, ein Kazoo, eine Djembé und sogar ein Launchpad mein Eigen nennen. Und vieles steht noch in Aussicht!
Ich denke mir zwar immer wieder, nachdem ich BongoBoulevard konsumiert habe. Man habe ich keine Ahnung von Musik im Vergleich zu denen, doch das ist mir egal. Jeder soll die musikalische Ader in sich ausleben, und das mit seinen Mitteln. Und meine Ader besitzt anscheinend viele Facetten. Manchmal will ich halt einfach herumdödeln, einfach nur Geräusche erschaffen und rhythmisch «sein». Und das ist gut so.

Von allen Gästen kannte ich bisher nur Fewjar und diese Folge fand ich auch am langweiligsten. Faber, DAT ADAM oder auch Michael Schulte habe ich aber durch dieses Format kennengelernt und sie laufen seitdem auch auf meinem Handy rauf und runter. Faber fand ich natürlich als Schweizer und als Zürcher sowieso speziell gut!

Deshalb danke an das Team vom Boulevard, vor allem auch an Marti Fischer und Marie Meimberg, dafür, dass ihr so tolle Gäste habt und mich immer wieder daran erinnert, wie toll Musik doch einfach sein kann.

 

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