Andi

Wie Reddit meinen Seriensommer verbesserte

Wie Reddit meinen Seriensommer verbesserte

Was für ein Sommer. Momentan komme ich fast nicht davon weg, dauernd am Bildschirm zu sein. Einerseits läuft die WM in Russland, andererseits laufen momentan so viele gute Serien, dass ich fast jeden Tag von irgendeiner Serie eine neue Folge schauen kann.

Momentan schaue ich vier laufende Serien: Legion, Westworld, Genius:Picasso und The Handmaid’s Tale. Zudem wurde vor ein paar Wochen noch auf Netflix die zweite Staffel von 13 Reasons Why veröffentlicht. Das Interessante ist dabei, dass 13 Reasons Why die einzige Serie ist, welche bingebar ist, das heisst: die einzige, bei der alle Folgen gleichzeitig verfügbar wurden.

Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, so hätte ich wohl behauptet, dass ich das Binge-Modell von Netflix lieber mag. 13 Reasons Why habe ich an zwei Tagen durchgeschaut, das gleiche galt für die jeweiligen House of Cards-Staffeln, Altered Carbon hatte ich in vier Tagen durch.

Wenn man gerade Zeit hat, ist es super. Man kann total in die Welt der einen Serie eintauchen, man ist voll dabei und wird nicht total frustrierend durch Cliffhanger bei der Stange gehalten. Nur Vorteile, oder?

Robin und ich schauten beide im wöchentlichen Rhythmus die erste Staffel von Westworld. Bei der zweiten bin ich es nun, der den wöchentlichen Rhythmus beibehaltet; Robin hat sich dafür entschieden, abzuwarten und die Serie am Ende am Stück zu bingen. Er behautpet, das würde für ihn gegebenenfalls das Serienerlebnis verbessern.

Ich möchte nun anhand dieser vier Serien, die momentan laufen, eine Gegenthese aufstellen. Es scheint so, als würde der wöchentliche Release von neuen Folgen mein Serienerlebnis verbessern und Reddit trägt einen grossen Beitrag dazu bei.

Überforderung

Dass jede Woche eine neue Folge released wird, ist klar das altertümlichere Modell. Netflix wurde mitunter dadurch erfolgreich, dass man die Serien suchten kann. Trotzdem scheine ich neuerdings davon überfordert zu sein. Ich binge gerne Serien, so wie bei 13 Reasons Why oder Altered Carbon neuerdings geschehen, jedoch scheine ich so zwar im Moment selber besser dabei zu sein, tiefer in der Immersion, danach, zwei Wochen später, aber viel mehr vergessen zu haben. Die einzelnen Ereignisse haben gar keine Zeit einen Impact bei mir zu hinterlassen.

Anders bei z.B. Legion und Westworld:

Westworld

Schwarmintelligenz

Legion und Westworld kann man wohl beide sehr gut als “convoluted” und “mysteriös” bezeichnen. Legion überzeugt mit einer wahnsinnigen (in beiden Sinnen, wahnsinnig gut und wahnsinnig im Sinn von verrückt) Bildsprache. Konzept der Serie ist es, den Zuschauer zu verwirren. Es werden red (oder doch green?) herings gestreut, Sachen werden sehr unterschwellig impliziert, die Geschichte wird nicht unbedingt chronologisch erzählt, die vierte Wand wird ständig durchbrochen. Monster und Charaktere werden angeteased.

Kurz gesagt: Noah Hawley, der Creator von Legion, der auch bei der Serienumsetzung von Fargo mitwirkte, macht, was er will und führt den Zuschauer an der Nase herum. Und das will man als Zuschauer auch! Legion ist ein absoluter Trip und, wie gesagt, wahnsinnig.Noah Hawley

Man könnte jetzt sagen, solch ein Trip soll ja möglichst durchgehend und schnell durch sein, damit man ihn am besten geniesst. Ich sage, eine Stunde Wahn pro Woche reicht mir und ist auch besser so. Dafür konnte ich dann aber im Subreddit reddit.com/r/LegionFX alles nachlesen, an der Diskussion teilnehmen und all die Ein-Frame-Einblendungen und versteckten Hints überhaupt erst finden. Ohne Reddit wäre ich grenzenlos überfordert und hätte das meiste verpasst.

Noch krasser ist das bei Westworld. Westworld ist das moderne Lost. Auf Reddit gibt es dutzende Threads zu jedem einzelnen Aspekt jeder Folge. Viele Timelines der ersten Staffel und fast der ganze Plot war von Reddit vorhergesehen worden. In der zweiten Staffel trieben es dann die Macher der Serie auf die Spitze und es wirkt gar, als hätten sie die zweite Staffel für Reddit geschrieben. Es gab wieder red herings und ganze Storylines führten absichtlich halb ins Leere, in der Annahme, dass Reddit das ganze wieder total überanalysieren würde. Hat Reddit auch, ist aber nicht schlimm.

Es gibt inzwischen wunderschöne Fanarts, tolle Infografiken und ellenlange Timeline-Übersichten, die jede einzelne Storyline der komplexen Geschichte der Serie genauestens aufarbeiten und aufzeigen. Alleine und gebinged würde man da sicherlich viel verpassen. Man merkt dann gar nicht, wie tief die Macher ins Detail gingen und verpasst tolle Hints und Easter-Eggs. So wurde z.B. ein massiver Plotpunkt der zweiten Staffel schon in der ersten gezeigt, es fiel einfach niemandem bis jetzt auf, dass das von Relevanz war.The Handmaid's Tale

Diskussion und Recherche

Die zwei anderen Serien, die mich momentan mitreissen, The Handmaid’s Tale und Genius: Picasso, profitieren auch von meiner Möglichkeit, die Sachen sinken zu lassen. Bei THT passieren so krasse Dinge, dass man teilweise einfach nicht weiterschauen kann; zu sehr nehmen einen die Geschehnisse mit. Da tut es dann gut, wenn man im Subreddit sein (Mit-)Leid mit anderen teilen kann. Es gibt auch hier wieder tolle Artworks und spannende Diskussionen darüber, wo uns die Geschichte noch hinführen könnte.

Bei Genius: Picasso ist diese Woche Pause von ganz anderer Relevanz. Bei der ersten Staffel, wo es noch um Einstein ging, fiel mir das noch nicht so auf wie jetzt. Als Schweizer weiss man viel über Einstein und ist stolz auf ihn. Ich studiere an derselben Uni wie er, hatte seinen Maturaufsatz schon in der Hand und sein Zeugnis schon mehrmals gesehen. Bei Picasso ist das ganz anders. Ich wusste Picasso ist ein Surrealist, Kubist aus dem 20. Jahrundert, der aus Spanien stammte und lange in Paris lebte. Ich habe in der Reina Sofia in Madrid eines seiner grössten Werke, Guernica, gesehen und das wars dann bald auch. Ich war kein Kunstfreund, habe das ganze nie wirklich verstanden und über Picasso nichts gewusst.

Diese Woche Pause ermöglicht es mir nun, Personen, Ereignisse, Gemälde, die in der Serie erwähnt werden, danach nachzuschlagen, mit anderen wieder darüber zu diskutieren, die sich vielleicht besser auskennen, um mich dann mit gewonnenem Wissen der nächsten Folge zu wenden.Genius: Picasso

Klar, das ginge auch, wenn ich die Serie bingen würde. Aber ganz ehrlich: Mir fehlt die Selbstdisziplin. Ausserdem würde ich gar nicht merken, dass mir das ganze Recherchieren Spass macht, weil ich keinen Anlass dazu hätte. Ich würde die Serie durchschauen, danach ein wenig googlen und mir denken: “Oh, spannend”, und dann die nächste Serie beginnen.

Diese eine Woche gibt mir Zeit, Parallelen bei anderen Künstlern zu entdecken, zwingt mich, mir Zeit zu nehmen, die ich dann für die jeweilige Recherche aufwende und lässt mich dann mit einem neuen Spannungsbogen die nächste Folge antreten.

Fazit

Ich bin froh, zwingen mich diese vier Serien, eine Pause zu machen. Ich bin froh, gibt es Serien, die man bingen kann.

Es gibt aber beides: Serien, die besser gebinged werden, und Serien, die in der altertümlichen Art und Weise glänzen. Sie müssen einfach dementsprechend geschrieben werden. Westworld ist das heutige Lost, Diskutieren und Theorycrafting ist da ein grosser Aspekt der Qualität. The Handmaid’s Tale lässt auch Theorycrafting zu, wäre aber auch am Stück einfach fast schon zu hart, ähnlich wie ich keine zwei Black Mirror-Folgen hintereinander schauen kann. Legion ist einfach zu verrückt, das kann kein Mensch alleine verstehen, da ist man fürs Theorycrafting auf die Schwarmintelligenz angewiesen. Und schlussendlich bei Genius: Picasso bin ich froh, habe ich die Zeit, mir Dinge anzueignen, ohne dass ich dadurch den Spannungsbogen unterbreche. Ich fühle mich nicht gestresst.

Und schlussendlich: Diese wöchentlichen Serien sorgen dafür, dass ich in meiner Lernphase wenigstens ab und zu das Textbuch hervorhole und nicht nur die ganze Zeit auf Netflix rumgammle.

PS: Die objektiv beste Serie der Welt, SUITS, hätte ich lieber gebinged… aber man kann ja nicht alles haben.

Links zu den Subreddits

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“The Open Movement”: Data, Science und Health | Digital Timelapse Episode 6

“The Open Movement”: Data, Science und Health | Digital Timelapse Episode 6

Das ist ein ernster Podcast. Andi ist nun auch Student und dann wird das Leben ernst. Nein, natürlich wird es das nicht, trotzdem geht es diesmal um spannende, wissenschaftliche Themen. Robin und Andi diskutieren darüber, welche Auswirkung das Veröffentlichen von Daten haben könnte; sie reden über Big Data, Big G (Google) und auch über medizinische Themen in diesem Zusammenhang: Data sharing, Genome Sequencing und midata.coop.

Wir sind beide der Meinung, dass dies bis jetzt unsere beste Episode war und wären natürlich froh, wenn ihr auch eure Meinung da lassen würdet. Und an alle die bis jetzt von unserem Nerddom und den Themen abgeschreckt wurden: Vielleicht wollt ihr uns doch nochmal ne Chance geben? Wir sind ehrlich davon überzeugt, dass diese Folge für fast jeden und wahrscheinlich für jeden Studenten was sein wird. Andis neue Einsichten in die Medizin, die er nun als Medizinstudent an der ETH in Zürich gesammelt hat, ergeben mit Robins Erfahrung als Student der Materialwissenschaften ein echt heterogenes und vielfältiges Bild, natürlich immer unter Vorbehalt, dass wir beide zu keinem Zeitpunkt garantieren, keinen Blödsinn zu labern 😉 Aber Digital Timelapse bleibt ja Digital Timelapse.

 

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Digital Timelapse Episode 5: Valve – Hassliebe und Abhängigkeit

Portal, Half-Life, Dota, Left 4 Dead, Team Fortress, Counter Strike… Valve macht gute Spiele. Ohne Steam käme man heute, vor allem als PC-Spieler nicht weit. Valve sollte man eigentlich lieben müssen… Sie machen es einem aber sehr schwer und genau darum geht’s in dieser Folge. Robin und Andi diskutieren, weshalb es ihnen beiden so schwer fällt, Valve bedingungslos zu lieben und kritiseren das Unternehmen, Steam und auch Gabe Newell sehr stark. Andi ist dabei sehr frustriert, als Fan und jemand der ihnen Erfolg wünscht, sie so aber nicht unterstützen will, trotzdem aber irgendwie muss.

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Digital Timelapse 4: To The Bone, Handy-Spiele, Icarus, Okja, NieR:Automata und HAUSAUFGABEN!

Digital Timelapse 4: To The Bone, Handy-Spiele, Icarus, Okja, NieR:Automata und HAUSAUFGABEN!

Wir sind zurück. Nach einem Auslandaufenthalt und Faulheit und Ausreden, sind wir da und reden über Digilapse Sachen! Viel Netflix, ein wenig Game of Thrones, viele Handyapps und ein Rant von Andi über NieR! So läuft das!

Die Hausaufgaben sind (zum Nachschauen):
Robin: Elon Musk-Biographie (Buch), Citizenfour(Doku)
Andi: What Remains of Edith Finch (Spiel), Mass Effect 2 (Spiel)
und für beide: Twin Peaks!

Timecodes:

00:00:15 Intro & Banter
00:05:04 To The Bone
00:17:15 Lifeline
00:27:20 Monument Valley 1 & 2
00:36:22 Mini Metro
00:44:28 Game of Thrones
00:50:04 Icarus
00:59:11 Okja
01:08:50 Ghost in the Shell
01:11:14 NieR: Automata
01:28:07 The Witcher 3
01:37:14 Digital Homework!

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Language in Circles – Analysis of its effect on thinking and the plausibility of Arrival

Language in Circles – Analysis of its effect on thinking and the plausibility of Arrival

So, an English title? What’s happening, you might think. No worries. As you might know, I’m in Sydney right now, doing a language course, and since I am basically made up of “English” now, it only appears reasonable to write an article in English since I would consider everything else fake.
Why fake? I’ve been carrying around this idea about writing a text on “language” for a long time and I recently happened to realise that I had a dream in English and have become used to thinking in English as well, so I thought now would be the perfect time to bring this text to life!

Language has always played an important role in my life. Born an immigrant, I always had to find a compromise between my mother tongue, Albanian, and the language I heard every day, German/Swiss German to the extent to which I can’t really say any more what my “native language” is. That’s maybe why I’m so fascinated by it. But how come, that I have become a wannabe linguist now?
I often asked myself whether I behaved differently when I thought in Albanian or in German. Interestingly enough, I can’t remember any situation where I’d think in Albanian. Have I become so absorbed by the Swiss mentality that I neglected my roots completely or does my subconscious somehow deliberately try to suppress my Balkan origin? What does that say about me or my status of integration? I don’t know. What I know is that English, at least, has found its way into my head.

Lately, it has been a golden age for every sci-fi fan. Starting with Gravity, the Kubrick-esque science-fiction-movie has had a revival. I mean just look at the vast amount of really convincing sci-fi flicks that hit our theatres in the last years: Gravity (which rocked the Academy Awards due to its astounding cinematography and sound design), Interstellar ( a personal favourite of mine, everyone who knows me knows how much I value this particular Nolan movie), The Martian (Ridley Scott’s stepping stone for the upcoming Alien: Covenant after he had let us down with Prometheus), Arrival (which we will talk about in greater detail soon) and quite recently, Life (which is awesome, even though just being a spiritual Alien5, I liked it very much!). And this is not enough, I’m only focusing on the basic “space station, being stranded on a planet, maybe there’s aliens too” kind of sci-fi, but we had Cloud Atlas and many more too! And even my very rigid categorisation has Alien: Covenant and Blade Runner: 2049 (which technically doesn’t fit into my very random definition, but I want it to fit anyhow) in the pipeline.

However, one stands out for me: Arrival. It’s a strange movie, isn’t it? How would you pitch a movie that’s about language… and aliens?! Bundled with a rather complex understanding of time (kind of like the one in Looper) that must have been a hard sell. Nevertheless, there was a precedent: Ted Chiang’s “Story of your Life” is a fascinating short story, one of the most fascinating I’ve ever read in fact, which Denis Villeneuve then chose to adapt into a blockbuster movie. Perhaps the investors just trusted him because he had proven himself to be one of the best directors of our time, and maybe he was just very convincing. Anyway, we’re very lucky that he did manage to do that for we would have missed out on what is probably the most unique and thought-provoking science-fiction masterpiece of our time!

So, since you know how language and how it changes you and the way you perceive things has accompanied me throughout my life, what could the topic of this text be except for revolving around Arrival? I once read a criticism of Arrival and one of the negative aspects mentioned was that the suspension of disbelief wouldn’t work on such a far-fetched idea such as language changing the way you perceive “time”. Well, I must disagree to a certain extent, and I’ll show you why.

I happened to find myself dreaming in English the other day. It’s not that big a deal, you might think. Yeah, it isn’t. However, it resulted in me thinking that somehow my character changed when I thought in another language, the way I reason changed too, it just somehow shapes you. But is that only my mind playing games on me, is it something I want to believe for the sake of the argument, or does language really have that high an impact on human behaviour?
I once heard that Estonian has no future forms due to the country always having been in distress – there was no time to think about the future. I also once heard that in one particular Eskimo language there are no words for “right and left”. Instead, they rely on the four cardinal directions. I can’t produce any proof of this but I was told that it was shown that people who used that language were very good at orientating themselves, but only if they have a way of finding out where north is. In a tunnel, for example, they would even have difficulties distinguishing between their right and left hand.
Fascinating, isn’t it? I was reminded of how in Orwell’s 1984 the totalitarian government tried to suppress rebellious thoughts by implementing a new language, Newspeak, which would lack all the words necessary for forming ideas and plans about uprisings, uproars, mutiny, revolts and individualism. In a nutshell: Everything the government did not like could be prevented by just removing the respective word from the common vocabulary.

Rebellion, savagery and individualism are hard-wired into our brains, you might say, there is no way that could be inhibited for ever. You might be right for we have no way of examining this, but is this not worth thinking about? Discussing this in school, I’ve always been the one claiming that the creativity and determination of humankind be stronger than any restriction laid upon it. I understood why it was worth talking about but, to be honest, I did not really take it seriously. This was until I read A Clockwork Orange.

While, especially nowadays, everyone knows 1984 it might be worth summarising the key points of A Clockwork Orange since not everyone knows Kubrick’s adaptation and even fewer have actually read the fantastic novel. Briefly: In A Clockwork Orange the author asks the question, whether “being good without a choice to be bad” is better than “being bad based on one’s own decision”. What good is it to be good, when firstly, one has not chosen it oneself and secondly, one had no other choice anyway. “But this has nothing to do with language!” No, it doesn’t. However, what makes Burgess’ novel so good and the reason why the movie will, in my opinion, never surpass the original is that the criminal protagonist speaks in his own slang: “Nadsat”. Burgess developed his own jargon especially for this book! This “language” consists of a wild mixture of mostly Russian words with some English and German terms.

Although this makes it hard to read in the beginning, the novel excels through sucking the reader in its world once he has adapted to this new language. When I read it, I started to think in Nadsat, I started to think like Alex and his terrible “droogs” who committed unpronounceable cruelties and I started not really being shocked by what they did any more… There is this one particular scene where Alex invites two little girls to his apartment to show them his music collection and rapes them afterwards. Cruel as this scene is, I read over it. They raped and mistreated women on every single page of this book until then, why would I care?

It might just be general deadening but I believe that Nadsat was key to this phenomenon as well. Through getting familiar with Alex’ language I started to think like him. Now that I think of it, his crimes are so ridiculously severe, I can only laugh now. And at the time then… I just reread the scene to fully grasp why I had skimmed over it. Burgess’ artificial language somehow legitimised Alex’ crimes.

So, is it really so far-fetched to say that through learning a new language you can even change the way you perceive time? Generally, we perceive time as a line – hence the word “timeline”. We are in the present: moving forward you get to the future and moving backward you’ll explore the past. Time has a direction. Everyone gets this. The same principle is applicable to language: Every sentence has a flow. The last one was in the present. The last one used the past to describe which tense the prior sentence had and still has. Sometimes you can even see a flow – the timeline – in all its variations in one sentence only, if you look hard enough and focus on that.

However, Heptapod, the language, mainly in its written form, which Ted Chiang “invented” and Arrival reused, tries to express every aspect and every thought put into a sentence at once. There is no direction. Theoretically, you should be able to read a sentence backwards, upside down, fragmented… but wait – maybe “to read” is the wrong word: You see one sign – representing the whole sentence, meaning, thought – and you get it. There is no reading since reading implies that there is a process; a process of moving forward letter by letter. You just get it, you understand it by just seeing it. Take Chinese for example: Chinese signs are not letters, they are words. Now expand this: Signs are not words, they are sentences. And one step further: Sentences become intentions.

This way everything about language changes! Our alphabet consisting of 26 letters is able to express every thought possible. We just rearrange the letters every time. Heptapod on the other hand, has no letters. Every time you want to say something, you basically invent a new sign for it. It might even be plausible for everyone to have a unique sign for “I love you”, with all your feelings, your intonation and personal background put into that one sign. Isn’t that fascinating?

So, if you can say everything you ever wanted at once, in one single sign, why shouldn’t you also be capable of seeing time, the past, present and future at once? Maybe we need to change our word for time. Since the one thing that never stops is time, it inexorably keeps moving forward, it doesn’t really fit a concept of simultaneity. If time goes forward, then something must go backward too: Let’s call that “anti-time”. And if you move forward along the “timeline” you move in the direction of time, and backward in the direction of anti-time, what is it called to oversee the whole thing? What is the line itself called? Duration.
Alright, so if you can overcome our innate understanding of language being straightforward, letter by letter, sentence by sentence until you get the whole “thing”, this will open up your mind to understand all things simultaneously and vice versa.

Since what we see shapes our language, and our language shapes the way we see, I hope you see Arrival in a different light now.
What does this all mean for me now? My scepticism of Orwell’s approach with Newspeak was influenced by my experience with Burgess’ Nadsat which then enabled me to enjoy Arrival even more than I would have in the first place. And I use this as a means of explaining rationally why I think even I myself, my character, changed when I started talking, thinking and even dreaming in English 24/7.

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Musik und ich – Teil 2: BongoBoulevard

Musik und ich – Teil 2: BongoBoulevard

Wie ein YouTube-Kanal allererster Kajüte meine Leidenschaft zur Musik immer wieder anfeuert und am Leben erhält

Im ersten Text habe ich erläutert, wie sich die Beziehung zwischen mir und der Musik im Laufe der Zeit verändert hat. Hier möchte ich nun aufzeigen, wie mich der BongoBoulevard immer wieder von Neuem, auch wenn ich nicht wirklich Zeit habe, motiviert, selbst Musik zu machen und was die musikalische Flamme in mir aufrechterhält.

Es sieht nämlich wie folgt aus. Ich beendete Mitte letzten Jahres die Schule mit meiner Matur, ging für eineinhalb Monate auf Reisen und danach fing ich direkt an im Spital zu arbeiten. Das bringt neue Herausforderungen, neue Kontakte und auch neue schöne Momente mit sich, aber das heisst auch, dass man keine Zeit hat. Vor allem arbeitet man abends und auch am Wochenende. Das bedeutete für mich unter anderem, dass ich mich kaum noch ans Klavier setzte. Früher spielte ich sicher täglich eine halbe Stunde, jetzt konnte ich froh sein, wenn es 30 Minuten pro Woche wurden. Ich verlor aber nicht die Musik aus meinen Augen, sondern nur das eigene Musizieren. Besser gesagt, ich hätte sie verloren, wenn da nicht BongoBoulevard gewesen wäre. Doch was ist der BongoBoulevard? Ist er das Allheilmittel für musikalische Trägheit? Nein. Das gibt es natürlich nicht. Aber er kommt da verdammt nah ran.

 

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - Friedrich Nietzsche

Andi und Musik - eine Geschichte ständiger Annäherung und Distanziertheit

Wie ein YouTube-Kanal allererster Kajüte meine Leidenschaft zur Musik immer wieder anfeuert und am Leben erhält

Meine magischen, musikalischen Momente, die mich nicht nur auf eine musikalische Art und Weise geprägt haben und wieso "Your Lie in April" es schafft, Gefühle zu zeigen, die man sonst nur beim Musiktreiben selbst empfinden kann und sehr schwer zu erklären sind

BongoBoulevard ist ein Youtube-Kanal vom FUNK-Netzwerk, der im Grunde genommen aus einem Moderator, einer Moderatorin, einer Schallkabine spanischer Herkunft allererster Kajüte und jeweils einem musikalischen Gast – sei es jetzt eine Ein-Mann-Armee oder eine ganze Band – besteht. Ah, und es gibt ganz viele tolle Glühbirnen! Und das Konzept? Ja das ist simpel. Sie jammen. Sie leben Musik. Ich habe den Gastgeber, Marti «theClavinover» Fischer schon immer sehr als Youtuber, Entertainer und Multiinstrumentalist geschätzt, doch in dieser neuen Umgebung haben er und sein Umfeld etwas ganz tief in mir drin berührt.

Jede Folge besteht daraus, dass der Gast diese mit Instrumenten und Mikrophonen vollbepackte Kammer betritt und dann zusammen mit den Gastgebern musiziert. Zuerst covert man eigene Songs, dann packt man eigene Songs in ganz andere Genres, dann bastelt man an fremden Songs rum und spielt an neuen, fremden Instrumenten rum. Kurzgesagt: Man lässt seiner Kreativität freien Lauf und lässt die Musikalität in sich von der Leine. Es entsteht: Eine halbe Stunde Gänsehaut, besinnliche Atmosphäre und Spass. Spass an der Musik, Spass an der Gemeinsamkeit und Spass am sich Auspowern!
Schaue ich eine Folge BongoBoulevard, dann löst das bei mir immer dieselbe Aktionskette aus.

  1. Ich höre mir die Lieder des Gastes auf Spotify an und packe sie in meine Standardplaylist.
  2. Ich lade mir die Lieder und auch die Covers aus der Folge auf mein Handy.
  3. Ich teile die Folge mit anderen.
  4. Ich habe einen hartnäckigen Ohrwurm.
  5. Ich fühle mich gut.
  6. Und zu guter Letzt: Ich singe vor mich hin, setze mich an die Klaviatur und «entfalte» mich.

Rinse and repeat. Das würde ich alles nicht machen, würde BongoBoulevard das nicht regelmässig in mir auslösen. Ich bin zwar wieder in einem Chor, aber leider habe ich arbeitsbedingt nicht immer Zeit und auch sonst, fehlt mir die Zeit fürs dedizierte Musikmachen. Doch dank BongoBoulevard werde ich immer wieder gezwungen, selbst Musik zu machen, denn anders geht’s nicht. Ich kann keine Folge davon schauen, ohne danach diesen Drang in mir zu verspüren. BB macht mich kreativer, lässt mich motivierter sein und erfreut mein Klavier, denn es wäre sonst wieder nur verstaubt…

BongoBoulevards Existenz löste bei mir eine regelrechte Instrumentenflut aus. Besass ich früher nur ein uraltes Keyboard und ein bescheidenes D-Piano, so darf ich nun eine Ukulele, eine Melodica, ein Kazoo, eine Djembé und sogar ein Launchpad mein Eigen nennen. Und vieles steht noch in Aussicht!
Ich denke mir zwar immer wieder, nachdem ich BongoBoulevard konsumiert habe. Man habe ich keine Ahnung von Musik im Vergleich zu denen, doch das ist mir egal. Jeder soll die musikalische Ader in sich ausleben, und das mit seinen Mitteln. Und meine Ader besitzt anscheinend viele Facetten. Manchmal will ich halt einfach herumdödeln, einfach nur Geräusche erschaffen und rhythmisch «sein». Und das ist gut so.

Von allen Gästen kannte ich bisher nur Fewjar und diese Folge fand ich auch am langweiligsten. Faber, DAT ADAM oder auch Michael Schulte habe ich aber durch dieses Format kennengelernt und sie laufen seitdem auch auf meinem Handy rauf und runter. Faber fand ich natürlich als Schweizer und als Zürcher sowieso speziell gut!

Deshalb danke an das Team vom Boulevard, vor allem auch an Marti Fischer und Marie Meimberg, dafür, dass ihr so tolle Gäste habt und mich immer wieder daran erinnert, wie toll Musik doch einfach sein kann.

 
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Musik und ich – Teil 1: Mein musikalischer Lebenslauf

Musik und ich – Teil 1: Mein musikalischer Lebenslauf

Eigentlich hätte das einfach ein kurzer Artikel werden sollen, mit welchem ich aufzeigen wollte, wieso das Team vom BongoBoulevard es schafft, dass ich mich jede Woche neu fürs Musizieren kann und welche Freude es in mir auslöst. Doch daraus wurde mehr. Es ist jetzt eine dreiteilige Serie, bestehend aus drei Texten. Dieser erste hier beschäftigt sich mit meiner persönlichen Geschichte mit Melodien, Rhythmen und Instrumenten. Der zweite wird sich dann um den BongoBoulevard selber drehen und im dritten werde ich versuchen aufzuzeigen, wieso "Your Lie in April" es schafft, die Gefühle, die ich an zwei sehr spezifischen Momenten in meinem Leben erlebt habe, auf den Bildschirm zu projezieren.

Wer Robins Artikel über mich gelesen hat, wird wissen, dass Musik in meinem Leben eine grosse Rolle einnimmt. Laut meinem Last.fm-Profil höre ich 21 Lieder pro Tag. Dazu muss man noch alle Lieder zählen, die nicht mitgescrobbled werden, weil ich sie z.B. auf meinem Handy auf dem Weg zur Arbeit höre usw. Zusätzlich spiele ich nun seit zwölf Jahren Keyboard, seit fünf Klavier, seit zwei Jahren besitze ich eine Ukulele und während meiner Zeit am Gymnasium habe ich drei Jahre lang Gesangsunterricht geniessen dürfen.

Doch wie kam ich überhaupt zur Musik? Was macht für mich heute Musik aus? Welche Hindernisse musste ich überqueren, während ich meine Kenntnisse verbesserte und immer mehr Spass an der Sache hatte? Wieso wählte ich das Keyboard? Diese Fragen beantwortet dieser Text hier, um dann endlich meine Liebe zum BongoBoulevard in einem zweiten Teil erläutern zu können.

 

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" - Friedrich Nietzsche

Andi und Musik - eine Geschichte ständiger Annäherung und Distanziertheit

Wie ein YouTube-Kanal allererster Kajüte meine Leidenschaft zur Musik immer wieder anfeuert und am Leben erhält

Meine magischen, musikalischen Momente, die mich nicht nur auf eine musikalische Art und Weise geprägt haben und wieso "Your Lie in April" es schafft, Gefühle zu zeigen, die man sonst nur beim Musiktreiben selbst empfinden kann und sehr schwer zu erklären sind

Ich hatte stets ein spezielles Verhältnis zur Musik. Lange… sehr lange sogar habe ich Musik stets nur als Füllmittel gesehen. Sie füllt den Raum, lässt ihn weniger karg erscheinen, die Atmosphäre weniger still, weniger ruhig, weniger tot. Ich wählte das Keyboard zu meinem Instrument, weil ich es cool fand, wie man auch noch Schlagzeuger, andere Stimmen und ganz absurde Instrumente wie Ocarinas oder Dudelsäcke hinzufügen kann, und somit eigentlich jeden Ton erzeugen kann, obwohl man selbst nur die Klaviatur halbwegs beherrscht. Kurz gesagt: Ich hatte keine Ahnung und wurde von plumpem "Style-over-Substance" überzeugt. Aber kindisch wie ich war, fand ich es wirklich cool, so viele Knöpfe zu haben an denen man rumspielen kann. Kindliche Naivität kann man ja auch nicht verurteilen, oder?

Meine Eltern sind beide sehr unmusikalisch. Natürlich sie hören gerne Musik usw., aber Instrumente oder Notenlesen ist ein Fremdwort. Sonst hätten sie mich schon von Anfang an zu einem "richtigen" Instrument bewegt, aber sie hatten einfach Freude daran, dass ihr kleiner Sohn Geräusche erzeugt und Spass hat. Eher sollte man ihre Bereitschaft wertschätzen, mir ohne grosses Nachfragen die Möglichkeit für ein Instrument und den dazugehörigen Unterricht zu bieten.

Und so habe ich lange Musik gemacht. Mein Lehrer schaute sich jede Woche mit mir für 40 Minuten ein Stück aus seinem Büchlein an und als ich heim kam, dudelte ich dann einfach auf dem Keyboard herum oder brachte mir Game- oder Filmsoundtracks mit selbst aus dem Internet gedruckten Noten oder per Youtube-Tutorial bei. Das sorgte unter anderem auch dafür, dass ich viele Stücke nur so halb konnte, meistens die erste Strophe und den Refrain – fertig. Ich spielte immer nur den Part, der mir gefiel, der bei mir einen Ohrwurm auslöste, nie das ganze Stück. Natürlich brachte ich damit meinen Lehrer regelmässig zur Weissglut, jedoch zeigte er meistens Nachsicht.

Doch wie das so ist, man wird älter. Und damit meist auch reifer. Irgendwann kam ich zu ihm und sagte: «So. Ich will, dass Sie mir jetzt das Klavierspielen beibringen. Keyboarden ist Kindersache, meine linke Hand wurde ganz vernachlässigt. Es wirkt zu wenig gehoben, es ist nicht klassisch genug!» Okay, vielleicht hat der zwölfjährige Andi andere Worte und Formulierungen gebraucht, aber Ton war in etwa derselbe. Passend dazu haben mir meine Eltern ein D-Piano gekauft – also ein Gerät, welches über eine Klaviertastatur verfügt, dessen Software aber eigentlich die eines Keyboards ist. Ein Kompromiss also. Dieses wunderschöne Clavinova CVP 509 von Yamaha aus auf Hochglanz poilertem Mahagoni ziert noch bis heute mein Schlafzimmer. Das wohl schönste, mir liebste und wertvollste Etwas in meinem Besitz. Yamaha CVP 509

Doch der Lehrer sah zum Glück das Potential in mir und zwang mich auch zuerst die Musiktheorie anhand der Klassischen Musik zu erlernen. Ich muss wohl erwähnen, dass ich bis da überhaupt keine Ahnung von Harmonielehre und dergleichen hatte. Doch irgendwie wollte ich das da auch nicht lernen. Geübt habe ich nie, habe immer noch stets meine Soundtracks gespielt, die dann sogar teilweise in die Stunde mitgenommen, der Lehrer musste sich anpassen usw. Ich war nicht sehr lernfreudig und mein Lehrer liess mich machen. Das hat seine Vorteile und Nachteile mit sich gebracht: Hätte er mich gezwungen mehr zu üben, mehr zu lernen, wäre ich wohl heute ein besserer Pianist und Musiker im Allgemeinen. Doch wäre er damit auch die Gefahr eingegangen, dass ich den Draht zum Musizieren ganz verloren und die Tasten verstauben lassen hätte. Da war ich nämlich schon oft sehr nah dran gewesen.

Wie auch immer, im Gymnasium musste ich mich, allein der Schulnoten wegen, mit Musiktheorie auseinandersetzen und sah schnell, dass doch passiv irgendwas von meinem Lehrer bei mir hängen geblieben sein muss, da mir das doch recht gut lag. Von der Schule aus mussten alle, die Musik anstatt Bildnerisches Gestalten gewählt hatten, Instrumentalunterricht an der Schule besuchen. Da ich ja schon Klavierstunden hatte, entschied ich mich da für das Fach "Sologesang", da ich nicht zwei Klavierlehrer gleichzeitig haben wollte. Und kurz daraufhin beendete ich auch meine Klavierstunden, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, mein Lehrer könne mir nichts mehr beibringen. Neun dankbare Jahre lang hatten wir uns jeden Mittwoch um 13:30 Uhr gesehen. Es war Zeit für etwas Neues.

Alle 10.-Klässler werden dann auch noch von der Schule aus "gezwungen", in den Schulchor zu gehen. Und dafür werde ich wohl ewig dankbar sein. Zum ersten Mal in meinem Leben musizierte ich ernsthaft mit anderen zusammen. Etwas, was über das gelegentliche Singen von Liedchen im Musikunterricht oder über die "Happy-Birthdays" bei Geburtstagen von Klassenkameraden hinausging. Meine Güte war das toll. Ich freute mich jede Woche auf den Chor, weil ich wusste, dass ich da 45 Minuten lang mit Gänsehaut zuhören und selbst auch etwas beitragen würde. Toll!

Unser Chorleiter ist ein Genie. Wirklich. Nicht nur wegen seiner musikalischen Kompetenz – nein, er versteht es wie kein anderer das Herz der Musik rüberzubringen. Seine Führung, Elan und seine Leidenschaft sorgen dafür, dass der ganze Raum diese Stimmung in sich aufnimmt und jeden Anwesenden damit ansteckt. Der Chor wird zu einem einzigen Organismus, der Musik atmet und lebt. Wunderschön ist das, ich sage es euch.

Da packte mich die Lust, selber zu musizieren wieder. Inzwischen hatte ich sehr grob gelernt, was eine Kadenz ist, wie man einen verminderten Septakkord auflöst, ich meinte die Genialtität des Tristan-Akkords zu erkennen und ich lernte, wie eine Fuge aufgebaut ist. Währenddessen hatte ich immer wieder meine frischen Kenntnisse selbst auf dem Klavier angewandt und erweitert. So fand ich zum Beispiel ganz alleine heraus, was eine "Blue-Note" ist und wie sie gebraucht wird. Und mit dieser "Blue-Note", diesem sehr eigenen Klang einer Bluestonleiter habe ich dann meine Leidenschaft für den Jazz gefunden. Doch in welchem Zusammenhang dies geschah, das ist eine Geschichte für den dritten Teil dieser Artikelreihe.

Wie komme ich nun als nicht mal halb-fertiger klassischer Pianist zum Jazz? Was, wo, wie…? Ich entschloss mich wieder Klavierunterricht zu nehmen. Diesmal an der Schule, zusätzlich zum Gesangsunterricht, und mit dem Ziel, Jazz zu lernen. Ein neuer Lehrer, ein neues Ziel, eine ganz neue Motivation also. Ich lernte viel. Wirklich. Viel bestand auch nur aus Fingerübungen, den theoretisch wusste ich eigentlich oft, was ich machen musste, oder zumindest wusste mein inneres Ohr genau, welcher Ton jetzt da kommen müsste, um das so und so aufzulösen, jedoch mangelte es oft an der Umsetzung. Dieses Problem zieht sich durch viele Bereiche. Künstlerisch absolut unbegabt, war ich im Zeichnen oft sehr frustriert, da ich ein Bild vor Augen hatte, das aber nicht aufs Papier bringen konnte. Handwerkliche Dinge und das Klavierspielen liegen mir hingegen aber ganz gut. Sehr speziell das ganze...

Also, ich übte mich an der Umsetzung. Doch über das hinaus? Naja, ich muss zugeben. Ich verlor mich zuhause sehr schnell wieder an Filmstücken und Gamesoundtracks… Trotzdem, ich brachte mir autodidaktisch zuhause Jazz bei. Ganz nach der Hebammenmethode fütterte mich mein neuer Lehrer mit Häppchen, die zuhause dann ganz von allein zu einem Fünf-Gänge-Menü wurden.

In der Zwischenzeit ging mein obligatorischer Instrumentalunterricht an der Schule, also bei mir Sologesang, zu Ende, jedoch besuchte ich weiter den Chor. Und man tat mir das gut. Musik machte mich zu einem glücklicheren, zufriedeneren und wohl auch besseren Menschen – doch es ist spannend: Irgendwie war das immer mit einem Zwang verbunden. Ich musste nur für ein Jahr im Chor bleiben, blieb dann aber die drei Jahre bis zu meiner Matura. Ich wollte Klavierspielen, musste dafür aber Klassik lernen. Ich wollte Jazz lernen, musste dafür aber auch nur schon Grundkenntnisse von neuem aneignen oder neu lernen. Und so weiter.

Ausserdem entwickelte ich eine Schwäche für Synthesizer. Das beste Beispiel ist wohl das Intro zu Digital Timelapse, das ich selbst durch konzeptloses Rumdudeln in "Fract OSC" aufgenommen habe.

Das alles wäre eigentlich auf der Kippe gestanden, hätte es nicht einen sehr speziellen Moment während meiner Schulzeit und zwei ganz bestimmte Lieder gegeben, dank denen ich am Ball blieb. "Happy" und "Baba Yetu". Doch das ist eben eine Geschichte für den dritten Teil.

Gymnasium beendet, Maturitätszeugnis in der Hand und das ganze mit einem musikalischen "Knall" beendet war es Zeit für mich, auf Reisen zu gehen. Ich nahm zwar meine Melodica mit auf meine Reise ans Nordkapp, doch wirklich musiziert habe ich für zwei Monate nicht. Ausser natürlich am Nordkapp selbst, wo grosszügigerweise ein wunderschöner schwarzer Flügel auf mich wartete. Aber eben, sonst nicht. Und danach begann ich mein halbjähriges Praktikum. Keine Zeit für Musik da. Wochenenddienst, Spätdienste und die Müdigkeit machten das Musizieren schwierig. Ich versuchte also mich anders zu motivieren. Indem ich mir ein Launchpad kaufte. Ein tolles Gerät. Ganz klar. Aber um das längerfristig auch in dem Umfang zu benutzen, den es verdient, braucht es mehr. Es braucht eine bestimmte Art der kreativen Motivation, die bei mir durch den BongoBoulevard aufrechterhalten wird...

 

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Robin – Wie ist der eigentlich so?

Robin – Wie ist der eigentlich so?

So. Test. Test. 1,2,3. Hallo? tippt ans Mic. Ah, okay. Das ist nun also der Part, wo wir uns vorstellen. Okay, okay. Aber ich habe doch nichts über mich zu erzählen! So spannend bin ich nicht. Ich bin Andi. Wohoo \o/ Was höre ich da? Ihr wollt was über Robin hören? Naja, wenn’s sein muss…

Robin ist Bayer. Oder Franke, wie er das sehr gerne betont. Er studiert momentan Materialwissenschaften an der Uni Erlangen, jedoch scheint er seinen Studiengang etwa gleich häufig zu wechseln wie seine Unterhosen, also so zwei Mal im Monat, er ist ja schliesslich Gamer. Robin gehört eher zu den kleineren Exemplaren des männlichen Homo sapiens (?) und wird charakterisiert durch seine eher nasale Stimme. Er ist ursprünglich rumänischer Zwilling, wurde aber von Deutschen zusammen mit seinem Bruder Mike adoptiert.

Die andere Hälfte von Digital Timelapse ist sehr audioaffin und scheint auch gefühlt jede Woche seinem Rig ein neues Gerät hinzuzufügen, da er ein altes genug getestet hat und zurückbringt. Er ist der Traum eines jeden Verkäufers, so scheint es mir. Ausserdem ist er Stammgast im Thomann. Weiterhin anzumerken: Robin, unser “Student”, hat kein Geld. Nie.

Er und ich streiten uns gerne über sehr kleine, grammatikalische Feinheiten. Er tendiert dazu die Schweizer Art als falsch abzustempeln, woraufhin ich natürlich in meinem Stolz gekränkt werde und ihn berichtigen muss. Das haben wir wohl gemein: Schweizer und Franken/Bayern können sich gegenseitig an Elitarismus das Wasser reichen.

Kennengelernt haben wir uns durch einen simplen Twitch-Chat. Wir beide gehörten einer, damals noch ziemlich kleinen, Community an und waren Stammgäste bei einem Stream. Irgendwann fragte er einfach so im Chat, ob es hier denn jemanden gebe, der League of Legends spiele. Ich spielte dieses Spiel schon seit der Beta und war es mir gewohnt, solche Nachrichten, die man überall las, getrost zu ignorieren, weil ich diese Leute meistens direkt als Noobs abstempelte und auch sonst ein paar sehr unangenehme Erfahrungen mit solchen Posts gemacht hatte. Generell spielt ich lieber mit meinem Clan oder Freundeskreis. Ich sah keinen Grund, neue Leute zu suchen. Ich war Level 30 und hatte dementsprechend keine Lust auf so einen Low-Level-Typen, wie das damals durch den LoL-Hype die meisten waren.

Wie auch immer, bei Robin oder «Talisan12», wie er damals im Chat hiess, machte ich eine Ausnahme und bin sehr froh dies getan zu haben. Denn wie es scheint, teilen wir eine Sache mehr als alles andere: Wir sind beide MOBA-Fans. Er war zwar wirklich noch ein Anfänger und ich hatte wegen der Schule usw. mein Pensum durchaus reduziert, jedoch spielte ich ein wenig mit ihm. Doch es hielt erwartungsgemäss nicht zu lange an. Ich behielt ihn aber in der Friendlist und konnte beobachten, wie er immer erfahrener wurde. Währenddessen hörten wir aber nie auf zu chatten und über Spiele, Filme oder Ähnliches zu schreiben, weshalb wir uns so auch immer mehr anfreundeten.

Und so wurde das zur Routine. Zusammen gespielt haben wir selten, wir haben meistens mehr über ein Spiel geredet als es selbst auszuleben. Ich verlor dann irgendwann auch die Lust an LoL und wechselte zurück zu Dota, von wo ich auch ursprünglich über Warcraft 3 zu LoL gekommen war, und Robin blieb bei LoL. Diese Diskrepanz prägt uns bis heute, weil ich ihn ständig damit aufziehe, dass er nicht von LoL loslassen könne. Er zeigte mir sogar einmal voller Stolz den Uninstall-Screen von LoL, nur um das Spiel zwei Wochen später wieder runterzuladen. Heute kann er das Spiel gar nicht mehr richtig spielen, weil sein PC zu scheisse ist, aber er schaut noch Streams. Zumindest konnte ich ihn aber dazu bewegen, sich Dota anzuschauen und er schaute mir gerne auch beim Dotaspielen zu. Triumph!

Apropos Streams: Das machen wir sehr oft. Wir suchen uns ein meist storylastiges Spiel aus und ich streame das, während er mir über Twitch oder Youtube dabei zuschaut und reden im TS. Funktioniert toll. Wir hatten dabei sehr einzigartige Erlebnisse in Spielen wie «Q.U.B.E.», «The Turing Test», «Inside», oder «Dead Space». Und so wurde es unser Ding zusammen Spiele zu spielen, obwohl wir meilenweit auseinander wohnen und uns noch nie gesehen hatten.

Irgendwie so kam dann auch die Idee mal selbst einen Podcast zu machen. Wir nahmen dann auch den E3-Recap-Cast auf, jedoch veröffentlichten wir den nie und so wurde das Projekt für eine lange Zeit ad acta gelegt.

Jetzt kurz vor Silvester 2016/17 hatten wir abgemacht, dass wir zusammen mit anderen Gaming-Freunden feiern würden und dies liess unseren Elan aufleben, weshalb wir auch die Seite nun endgültig gelauncht haben.

Ja das war unsere gemeinsame Geschichte sehr stark abgekürzt, jedoch habe ich ihn wohl noch nicht genug charakterisiert. Darum ging es ja ursprünglich, oder?

Also unser Bayer ist eigentlich eine sehr ruhige Person, jedoch kann er sich teilweise wegen absolut belanglosen Dingen sehr stark aufregen. Meist verstehe ich dann nicht, wo dieser Zündfunke herkam. Er glaubt auch absolut hyperesistent zu sein. Doch trotzdem schaut er sich am Ende immer die Filme an, die ich hype und findet sie auch dementsprechend gut. «Interstellar» ist da das wohl beste Beispiel. Er schaut in etwa die gleichen Serien wie ich, mag ein paar meiner Filmperlen nicht wirklich und ist auch ein Animefan. Sein Lieblingscharakter aus Naruto ist Itachi Uchiha. Irgendwie passt das zu ihm, finde ich.

Oh, da fällt mir etwas ein 😀 Robin hat Mühe mit schwachen Persönlichkeiten. Also er meint das nicht böse oder so, aber er ist Leuten die «ständig rumheulen» oder vielleicht ein eher niedriges Selbstwertgefühl haben eher abgeneigt. Er selbst scheint aber sehr viele Persönlichkeiten zu haben, schliesslich ändert er seinen Nicknamen häufiger als seine Unterhosen. Ausserdem pendelt er noch oft zwischen Erlangen und dem Wohnort seiner Eltern und seines Bruders hin und her, was es teilweise mühsam macht, etwas zusammen zu unternehmen, da das Internet bei seinen Eltern echt … naja, sagen wir mal, es ist nicht so gut.

Aber ja, Robin ist meine Go-To-Person, wenn es um audiophile Geräte geht, mein Filme/Serien/Spiele-Buddy und ein echt guter Freund, wenn ich das so sagen darf. Er verfügt auch über ein aussergewöhnliches Durchhaltevermögen, wenn er es schafft, ständig meine Spams, Hypes und ausserordentlich schlechten Puns zu ertragen, ohne dass sein Gehirn zu Matsch wird. Wobei, vielleicht hat er schon darunter gelitten… Nun ja, er weiss ja, worauf er sich mit mir einlässt.

Jo. Das ist Robin.

PS: er ist Xbox-Fanboy. Halo ist sein heiliger Schrein und es darf ja niemand etwas dagegen sagen! Er hat ja auch die Bücher gelesen. Momentan liest er eine meiner Lieblingsreihen. Was mich freut. Generell freut es mich sehr, wenn er etwas liest, was ich ihm empfohlen habe. Das gleiche gilt dann bei Serien und Filmen. Jedoch zwinge ich ihm diese Sachen auch so sehr auf, dass er keine andere Wahl hat.  ¯\_(ツ)_/¯

Hmm, generell, fällt mir jetzt auf, ist es wohl schwierig seinen Gamegeschmack zu kategorisieren. Er mag First-Person-Shooter à la Halo oder Destiny. Und er mag Mobas. Abgesehen davon? Das werdet ihr wohl in den kommenden Podcasts herausfinden müssen 😛

Ah. Und alle die ihn nach meiner absolut attraktiv machenden Beschreibung attraktiv finden: Die sollen diesen attraktiven jungen Herr doch auch in absolutem, attraktiven Französisch unter «robin@digilapse.de» anschreiben. Er liiiiiiieeeebt Französisch. Oh. Und er spricht Koreanisch. Nebst Englisch, Deutsch natürlich… und sogar ein wenig Spanisch kann er glaub ich auch.

Folgt Robin doch am einfachsten direkt über Twitter!

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